Discussion:
Frage zu Wechselrichter und Stromerzeuger
(zu alt für eine Antwort)
Gunther Diehl
2007-07-17 05:54:49 UTC
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Raw Message
Hallo,

bisher machte ich den notwendigen Strom in meinem Garten mit einem
Sinus-Wechselrichter. Laut Hersteller durfte dort nur ein Gerät
angeschlossen werden, da entsprechende Sicherheitseinrichtungen fehlen
würden (FI?)

Jetzt bin ich auf einen Honda 10i Stromerzeuger umgestiegen und wollte
wissen, ob dies bei diesem Stromerzeuger auch so ist. Ich möchte für
eine Party ein Verstärker, CD-Player und Mischpult anschließen.

In der Anleitung habe ich dazu nichts gefunden.

Danke

Gunther
Roland Damm
2007-07-17 07:09:11 UTC
Permalink
Raw Message
Moin,
Post by Gunther Diehl
bisher machte ich den notwendigen Strom in meinem Garten mit
einem Sinus-Wechselrichter. Laut Hersteller durfte dort nur ein
Gerät angeschlossen werden, da entsprechende
Sicherheitseinrichtungen fehlen würden (FI?)
Jetzt bin ich auf einen Honda 10i Stromerzeuger umgestiegen und
wollte wissen, ob dies bei diesem Stromerzeuger auch so ist.
Ich möchte für eine Party ein Verstärker, CD-Player und
Mischpult anschließen.
Kann dir zwar nur eine Meinung dazu sagen, aber wenn so ein
Stromerzeuger garnicht geerdet ist, dann sollte der Anschluss an
ihn so sicher sein, wie nur irgendwas. Quasi so, als ob du ein
Gerät an einem Trenntrafo angeschlossen hast. Da kannst du auch
gefahrlos beide Leitungen anfassen (natürlich nicht
gleichzeitig). Ein FI ist da - wie gesagt, falls der Generator
nicht geerdet ist - nicht nur überflüssig sondern IMO sowieso
funktionslos.

CU Rollo
Alexander Dörr
2007-07-17 09:09:19 UTC
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Raw Message
Post by Roland Damm
Kann dir zwar nur eine Meinung dazu sagen, aber wenn so ein
Stromerzeuger garnicht geerdet ist, dann sollte der Anschluss an
ihn so sicher sein, wie nur irgendwas. Quasi so, als ob du ein
Gerät an einem Trenntrafo angeschlossen hast.
genau das ist der Punkt: an einen Trenntrafo darfst du auch nur ein
Gerät anschließen, da beim Anschluss mehrerer Geräte kein Schutz gegen
gefährliche Berührspannungen gegeben ist.
Folgendes ist denkbar: beim einen Gerät liegt durch einen
Isolationsfehler der eine Pol des Stromerzeugers an berührbaren Teilen,
bei einem zweiten Gerät durch einen Isolationsfehler der andere Pol.

Gruß,
Alexander
Franz Glaser (KN)
2007-07-17 09:53:07 UTC
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Raw Message
Post by Alexander Dörr
Post by Roland Damm
Kann dir zwar nur eine Meinung dazu sagen, aber wenn so ein
Stromerzeuger garnicht geerdet ist, dann sollte der Anschluss an
ihn so sicher sein, wie nur irgendwas. Quasi so, als ob du ein
Gerät an einem Trenntrafo angeschlossen hast.
genau das ist der Punkt: an einen Trenntrafo darfst du auch nur ein
Gerät anschließen, da beim Anschluss mehrerer Geräte kein Schutz gegen
gefährliche Berührspannungen gegeben ist.
Folgendes ist denkbar: beim einen Gerät liegt durch einen
Isolationsfehler der eine Pol des Stromerzeugers an berührbaren Teilen,
bei einem zweiten Gerät durch einen Isolationsfehler der andere Pol.
Gruß,
Alexander
Dann läßt sich der Fehler leicht erkennen: sobald eines der Geräte
einen Erdschluß hat, ist die Spannung an beiden Polen nicht mehr
symmetrisch 115V gen Erde sondern ein Pol ist nahe null. Über-
wachungsschaltungen dafür gibt es, gab es schon für die frühen
500Volt-Drehstromanlagen.

MfG
Alexander Dörr
2007-07-17 10:04:57 UTC
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Raw Message
Post by Franz Glaser (KN)
Dann läßt sich der Fehler leicht erkennen: sobald eines der Geräte
einen Erdschluß hat, ist die Spannung an beiden Polen nicht mehr
symmetrisch 115V gen Erde sondern ein Pol ist nahe null. Über-
wachungsschaltungen dafür gibt es, gab es schon für die frühen
500Volt-Drehstromanlagen.
schon klar, aber ein simpler Notstromgenerator wird eine solche
Isolationsüberwachung wohl nicht haben. Ich kann mich an einen Generator
aus den 70ern (ca. 2 kW) erinnern, bei dem eine Steckdose direkt am
Generator angeklemmt war, noch nicht mal ein LS oder eine
Schmelzsicherung war da dazwischen.

Gruß,
Alexander
Franz Glaser (KN)
2007-07-17 11:41:27 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Alexander Dörr
Post by Franz Glaser (KN)
Dann läßt sich der Fehler leicht erkennen: sobald eines der Geräte
einen Erdschluß hat, ist die Spannung an beiden Polen nicht mehr
symmetrisch 115V gen Erde sondern ein Pol ist nahe null. Über-
wachungsschaltungen dafür gibt es, gab es schon für die frühen
500Volt-Drehstromanlagen.
schon klar, aber ein simpler Notstromgenerator wird eine solche
Isolationsüberwachung wohl nicht haben. Ich kann mich an einen Generator
aus den 70ern (ca. 2 kW) erinnern, bei dem eine Steckdose direkt am
Generator angeklemmt war, noch nicht mal ein LS oder eine
Schmelzsicherung war da dazwischen.
Gruß,
Alexander
Ich meinte daß die Frage nach einer Zusatz-Schutzeinrichtung war.
Theoretisch sind ja die Gerätchen, die Gunther Diel anschließen
möchte, eh lauter x-fach isolierte Kleingeräte mit denen nix
passieren kann - mit vergossenen Netzgeräten. Was soll da schon
schiefgehen außer irgendwer fährt mit der Sense über das Netz-
kabel.

MfG
--
Haben Sie keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie harmlos.
http://www.meg-glaser.biz/wiz/power-cons.html
Über Watt und Joule
Ralf Kusmierz
2007-07-17 23:59:26 UTC
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Raw Message
X-No-Archive: Yes
Post by Alexander Dörr
schon klar, aber ein simpler Notstromgenerator wird eine solche
Isolationsüberwachung wohl nicht haben. Ich kann mich an einen Generator
aus den 70ern (ca. 2 kW) erinnern, bei dem eine Steckdose direkt am
Generator angeklemmt war, noch nicht mal ein LS oder eine
Schmelzsicherung war da dazwischen.
Wozu auch? Die können gar nicht auslösen (nie, auch nicht bei
Kurzschluß - und also auch nicht als Personenschutzeinrichtung
fungieren).


Gruß aus Bremen
Ralf
--
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphäre Autor bißchen Ellipse Emission
gesamt hältst Immission interessiert korreliert korrigiert Laie
nämlich offiziell parallel reell Satellit Standard Stegreif voraus
Volker Gringmuth
2007-07-17 18:26:42 UTC
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Raw Message
Post by Franz Glaser (KN)
Dann läßt sich der Fehler leicht erkennen: sobald eines der Geräte
einen Erdschluß hat, ist die Spannung an beiden Polen nicht mehr
symmetrisch 115V gen Erde
Welche Erde?


vG
--
Ceterum censeo Popocatepetlum non in Canada sed in Mexico situm esse.

<http://einklich.net>
Carsten Schmitz
2007-07-17 18:57:33 UTC
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Raw Message
Post by Volker Gringmuth
Post by Franz Glaser (KN)
Dann läßt sich der Fehler leicht erkennen: sobald eines der Geräte
einen Erdschluß hat, ist die Spannung an beiden Polen nicht mehr
symmetrisch 115V gen Erde
Welche Erde?
Ein hochohmiges Messgerät wird schon irgendetwas gegen das Gehäuse messen.
Schließlich bilden L1 und L2 jeweils einen Kondensator gegen das Gehäuse.
Ob es allerdings die schön symmetrischen 115V sind, wage ich zu bezweifeln.

Ich hatte ja bereits ein ähnliches Problem hier gepostet und werde den
Notströmer modifizieren (er soll ein Haus einspeisen).
Ein Außenleiter des Generators wird mit PE (Chassis des Generators und
PE-Klemme der Steckdose) verbunden, somit ist er dann mein Neutralleiter.
Die Schukosteckdose wird gegen eine CEE Dose getauscht, die anderen Schuko
stillgelegt.
(Ist mir sowieso nicht geheuer gewesen: Ein kleiner Generator, der ohne
Isoüberwachung zwei Schukosteckdosen hat).
Die Einspeisung läuft dann über eine felx. Anschlussleitung auf einen
CEE-Anbaustecker.
Zusätzlich wird eine Potenzialausgleichsteckdose installiert, die
Chassis/Generator/PE mit der Potenzialausgleichsschiene verbindet.
Im Haus wird über einen manuellen Umschalter 4polig (L1/L2/L3/N) auf
Notstrom geschaltet.
Da der Erzeuger nur max. 3500W liefert, habe ich bei der
Notstromeingangsseite des Umschalters L1-L2-L3 brücken können und mir so ein
Einphasenwechselstrom TN-S System mit RCDs aufgebaut.
Die lokale Erde könnte besser sein, leider gibts keinen Fundamenterder,
dafür müssen 25m Banderder im feuchten Sand reichen.
OHA, den muss ich ja noch messen, wenn der Tiefbauer den Graben endlich
wieder zu geschüttet hat.
Franz Glaser (KN)
2007-07-17 20:42:17 UTC
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Raw Message
Post by Volker Gringmuth
Post by Franz Glaser (KN)
Dann läßt sich der Fehler leicht erkennen: sobald eines der Geräte
einen Erdschluß hat, ist die Spannung an beiden Polen nicht mehr
symmetrisch 115V gen Erde
Welche Erde?
Die ganze Luft rundum und die Kapazität zur "Erde" halt. Wo die
Blumen wachsen und die Bienen fliegen und die Vögelein. Dort wo
einer hintappt wenns naß ist oder wenn er eine Türschnalle oder
einen Wasserhahn angreift: das ominöse Nullpotential.

Der Teufel hol ihn, wenn das fehlerhafte Gerät ein Metallgehäuse
hat aber keinen Schutzleiter.
Post by Volker Gringmuth
vG
Glaser
Roland Damm
2007-07-17 21:40:09 UTC
Permalink
Raw Message
Moin,
Post by Alexander Dörr
genau das ist der Punkt: an einen Trenntrafo darfst du auch nur
ein Gerät anschließen, da beim Anschluss mehrerer Geräte kein
Schutz gegen gefährliche Berührspannungen gegeben ist.
Folgendes ist denkbar: beim einen Gerät liegt durch einen
Isolationsfehler der eine Pol des Stromerzeugers an berührbaren
Teilen, bei einem zweiten Gerät durch einen Isolationsfehler
der andere Pol.
Gut, als Probleme nur dann, wenn man gleich zwei defekte Geräte
anschließt. Dann ist doch die Warscheinlichkeit immerhin gering.

Nur, was würde in so einem Fall ein FI an einem nicht-geerdeten
Generator nutzen? Oder heißt das, dass ein guter Generator
geerdet sein muss/sollte?

CU Rollo
Sevo Stille
2007-07-18 08:15:35 UTC
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Raw Message
Post by Roland Damm
Nur, was würde in so einem Fall ein FI an einem nicht-geerdeten
Generator nutzen?
Der nutzt sogar allerhand - weswegen er eine der üblichsten
Schutzmaßnahmen für sehr kleine isolierte Netze darstellt.

Grundsätzlich ist ein RCD (FI) ein erdunabhängiges Gerät und darf
nirgendwo geerdet oder am Schutzleiter angeschlossen werden - er löst
aus, sobald der Differenzstrom zwischen den beiden Adern seinen
Grenzwert überschreitet.

Das läßt sich natürlich auch im isolierten Netz nutzen - der FI kann da
aber nicht zum Schutz gegen Erdschluß eingesetzt werden (da die Erde
undefiniert ist), sondern kann nur zum Schutz gegen Fehlerströme auf
einer falschen Leitung dienen. Daraus folgt, daß in dieser Konstellation
von jedem FI immer nur ein einziges Gerät (bzw. dessen Stromkreis)
überwacht werden kann - und daß solche Konstruktionen nicht in
Laienhände gehören, denn Otto Schukoverbraucher würde als erste Maßnahme
einen den Schutz unterlaufenden Mehrfachstecker zwischenhängen.

Gruß Sevo
Roland Damm
2007-07-18 21:40:39 UTC
Permalink
Raw Message
Moin,
Post by Sevo Stille
Post by Roland Damm
Nur, was würde in so einem Fall ein FI an einem
nicht-geerdeten Generator nutzen?
Der nutzt sogar allerhand - weswegen er eine der üblichsten
Schutzmaßnahmen für sehr kleine isolierte Netze darstellt.
Grundsätzlich ist ein RCD (FI) ein erdunabhängiges Gerät und
darf nirgendwo geerdet oder am Schutzleiter angeschlossen
werden - er löst aus, sobald der Differenzstrom zwischen den
beiden Adern seinen Grenzwert überschreitet.
Klar. Aber es sei mal angenommen, der Generator ist nicht
geerdet. Er ist mir dem Rest der Welt also nur über die beiden
Leitungen verbunden, zwischen denen 240V Wechselspannung liegen.
Meinetwegen hat die Steckdose am Generator einen Schutzleiter,
aber wo ist der dann Generatorseitig angeschlossen? Ist also
egal.
Aber wie soll jetzt ein Fehlerstrom zustande kommen? Auf der
einen Leitung fließt Strom raus der auf der anderen nicht zurück
kommt? Dann lädt sich der Generator elektrostatisch auf, wenn
man das ausrechnet, kommt man bei ganz kleinen Fehlerstömen
schon ganz schnell auf phantastische Spannungen (gegen Unendlich
gemessen). Koronaentladung um den Generator durmherum wäre die
Folge:-)
Soweit ich weiß, sind Stromkreise _immer_ geschlossen, sei es
über den legalen Weg oder über eine Leitung, über die kein Strom
fließen sollte (Schutzleiter). Der Generator hat nur zwei
Anschlüsse, ergo fließt durch beide der selbe Strom.

CU Rollo
Carsten Schmitz
2007-07-19 08:08:10 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Roland Damm
Post by Sevo Stille
Post by Roland Damm
Nur, was würde in so einem Fall ein FI an einem
nicht-geerdeten Generator nutzen?
Der nutzt sogar allerhand - weswegen er eine der üblichsten
Schutzmaßnahmen für sehr kleine isolierte Netze darstellt.
Grundsätzlich ist ein RCD (FI) ein erdunabhängiges Gerät und
darf nirgendwo geerdet oder am Schutzleiter angeschlossen
werden - er löst aus, sobald der Differenzstrom zwischen den
beiden Adern seinen Grenzwert überschreitet.
Klar. Aber es sei mal angenommen, der Generator ist nicht
geerdet. Er ist mir dem Rest der Welt also nur über die beiden
Leitungen verbunden, zwischen denen 240V Wechselspannung liegen.
Meinetwegen hat die Steckdose am Generator einen Schutzleiter,
aber wo ist der dann Generatorseitig angeschlossen? Ist also
egal.
Du hast das Wichtigtste nicht zitiert:

"Daraus folgt, daß in dieser Konstellation
von jedem FI immer nur ein einziges Gerät (bzw. dessen Stromkreis)
überwacht werden kann "

Also:
Bei einem einzigen Gerät/RCD wird dieser niemals auslösen können.
Aber da greift ja die Sicherheit des IT-Systems.

Bei mehreren Geräten sollte jedes über einen einzelnen RCD verfügen.
Kommt es jetzt zu den berühmten "zwei Fehlern", dann fließt auch ein
Differenzstrom und zwei RCD können auslösen.
Post by Roland Damm
Aber wie soll jetzt ein Fehlerstrom zustande kommen?
Zwei Geräte.
Gerät 1 hat Isofehler L1-PE. Nichts passiert.
Jetzt kommt Gerät 2 mit Isofehler L2-PE
Dann fließt ein Strom über den PE.

Oder:
Gerät1 hat Isofehler L1-PE. Nichts passiert. Aber jetzt:
Das Gerät2 fällt gerade im eingesteckten Zustand ins Schwimmbecken. Auch
hier wird ein Strom fließen.

Ohne RCDs wäre hier Lebensgefahr.
Roland Damm
2007-07-19 20:38:21 UTC
Permalink
Raw Message
Moin,
Post by Carsten Schmitz
"Daraus folgt, daß in dieser Konstellation
von jedem FI immer nur ein einziges Gerät (bzw. dessen
Stromkreis) überwacht werden kann "
Bei einem einzigen Gerät/RCD wird dieser niemals auslösen
können. Aber da greift ja die Sicherheit des IT-Systems.
Bei mehreren Geräten sollte jedes über einen einzelnen RCD
verfügen. Kommt es jetzt zu den berühmten "zwei Fehlern", dann
fließt auch ein Differenzstrom und zwei RCD können auslösen.
Stimmt, hatte ich übersehen.

Nun heißt das allerdings, dass ich an so einem Generator niemals
mehr Geräte betreiben darf, als dieser Steckdosen und RCDs hat.
Ist das realistisch, gibt es jemand der darauf achtet? Muss ich
also, wenn ich auf der Gartenparty 2 Lichterketten und ein Radio
betreiben will, einen zweiten Generator beschaffen, wenn der
erste nur zwei Steckdosen hat? Das kommt mir etwas Realitätsfern
vor.
Auch schon, dass das Problem b.z.w. die Lösung dessen nur in dem
Fall auftritt, wenn zwei angeschlossene Geräte Fehlerhaft sind -
und dann auch noch so, dass sie die richtigen Phasen verbinden.

Also ich nenne mal die Anschlüsse von Generator + und -, weil von
einem Nullleiter kann man ja nicht richtig reden, wenn das ganze
System mangels Erdung keinen festlegbaren Nullleiter hat. An den
beiden Steckdosen sitzen zwei Geräte. Fehlerhafte Geräte.
Das erste hat einen Schluss von + auf Schutzleiter, das Zweite
einen vom Schutzleiter auf -. In dem Fall löst ein FI aus, aber
nur dann, wenn jedes Gerät einen eigenen FI oder RCD hat. Ihne
RCD passierte nicht - fast nichts, ist der Gehäuseschluss gut
genug, fliegt die Sicherung. Also auf Dauer gibt's das nur, wenn
die Verbindung so schlecht ist, dass der Stom nicht ausreicht,
dass die Sicherung kommt.
Aber wo bekomme ich dann was gewischt wen ich anfasse? Doch wohl
nur, wenn ich mit beiden Händen die beiden Gehäuse der beiden
Geräte anfasse _und_ der hohe Widerstand der den Strom so
begrenzt, dass die Sicherung nicht kommt, zwischen den beiden
Gehäusen liegt. Es muss also noch ein dritter Fehlerfall
vorliegen: Die Schutzleiter dürfen an einem der beiden Gehäuse
nicht angeschlossen sein.

Schön. Welche Wohnungsinstallation bietet einem einen sicheren
Schutz gegen eine solche Verkettung von defekten Geräten?
Wieso sollte man also eine solche Sicherheit ausgerechnet bei
solchen mobilen Geräten einbauen, wo es sie im Rest des
Alltagslebens niergendwo gibt?

Also ich nehme an, dass es RCDs in Generatoren durchaus gibt,
mämlich für den Fall dass der Generator auf einer nassen Wiese
steht und dadurch zufällig gut genug geerdet ist (das es für
einen gewischt bekommen ausreicht). So eine Erdung ist natürlich
keine, auf die man sich verlassen kann. Aber wenn sie nicht
existiert, kann zwar der RCD nicht auslösen, aber dann ist es
auch egal weil sowieso nichts passieren kann. Aber ob der
Generator über sein Gehäuse geerdet ist, spielt ja auch nur
wieder eine Rolle, wenn der Schutzleiter der Steckdose am
Generator mit dem Generatorgehäuse verbunden ist. Macht man das?
Wieso?

CU Rollo
Sevo Stille
2007-07-19 20:54:31 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Roland Damm
Nun heißt das allerdings, dass ich an so einem Generator niemals
mehr Geräte betreiben darf, als dieser Steckdosen und RCDs hat.
Richtig. Die üblichen Kleingeneratoren enthalten in der
Betriebsanleitung ohnehin die systematisch überlesene Anweisung,
entweder nur ein Gerät pro (meist sowieso nur einem) Anschluß zu
betreiben, oder den Generator vorschriftskonform zu erden.
Post by Roland Damm
Ist das realistisch, gibt es jemand der darauf achtet?
Nein.
Post by Roland Damm
Muss ich
also, wenn ich auf der Gartenparty 2 Lichterketten und ein Radio
betreiben will, einen zweiten Generator beschaffen, wenn der
erste nur zwei Steckdosen hat?
Wie gesagt, schon bei vielen besseren Moppeln gibt es einen
Erdungsanschluß, und bei allem größeren Generatoren ist der
selbstverständlich. Daß du einen angemessen langen Erdspieß und ein
Meßgerät zur Kontrolle der Abschaltbedingungen haben müßtest, ist
natürlich ein anderes Problem - aber bei der Film- und
Veranstaltungsbeleuchtung wird das durchaus durchgezogen.
Post by Roland Damm
Also ich nehme an, dass es RCDs in Generatoren durchaus gibt,
Laß dir gesagt sein, die gibts...
Post by Roland Damm
mämlich für den Fall dass der Generator auf einer nassen Wiese
steht und dadurch zufällig gut genug geerdet ist
.. und sicher nicht dafür. Wie gesagt, individuelle RCD sind neben
Isowächtern eine der beiden möglichen VDE-konformen Schutzmaßnahmen zum
Anschluß mehrerer Geräte per Steckdose an einem isolierten Anschluß.

Gruß Sevo
Markus Haastert
2007-07-22 19:42:07 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Sevo Stille
Post by Roland Damm
mämlich für den Fall dass der Generator auf einer nassen Wiese
steht und dadurch zufällig gut genug geerdet ist
Ein Generator auf ner nassen Wiese ist noch lange nicht geerdet. Das Netz
(der Generatorsternpunkt bei 3~ / ein aktiver Leiter bei 1~) und das Gehäuse
des Generators sind nicht verbunden. Die Erdungsschraube bei "besseren"
Generatoren (tragbaren Aggris, nicht den "richtig großen") dient der
Verbindung der Potentialausgleichsleitungen von zwei Aggri-Netzen im
gleichen Bereich und dem Blitzschutz (wenn nen Erdspieß angeschlossen ist).
Post by Sevo Stille
.. und sicher nicht dafür. Wie gesagt, individuelle RCD sind neben
Isowächtern eine der beiden möglichen VDE-konformen Schutzmaßnahmen zum
Anschluß mehrerer Geräte per Steckdose an einem isolierten Anschluß.
Nö, bei DIN-Stromerzeugern (Feuerwehr, THW und andere Hi-Orgs) wird weder
ein individueller RCD noch ein Isowächter verbaut und es werden trotzdem
mehrere Verbraucher angeschlossen. Die Abschaltbedingung bei einem
Doppelfehler wird hier über einen ausreichend kleinen Schleifenwiderstand
(und die LS-Schalter) sichergestellt. Die Einhaltung eines ausreichend
kleinen Schleifenwiderstand ohne Messung (zum Aufbau des Netzes durch Laien)
an sich wird durch die Begrenzung der Leitungslänge auf 100m bei einem
Querschnitt von 2,5mm² sichergestellt.
Vereinzelt gibt es mittlerweile die ersten DIN-Stromerzeuger mit
Iso-Wächter, die Mehrzahl der Aggregate arbeitet aber weiterhin ohne. Grund
dass Iso-Wächter verbaut werden ist meist auch, dass man mehr als 100m
Leitung anschließen möchte.

mfg. Markus
Rolf_Bombach
2007-08-16 17:14:43 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Markus Haastert
Nö, bei DIN-Stromerzeugern (Feuerwehr, THW und andere Hi-Orgs) wird weder
ein individueller RCD noch ein Isowächter verbaut und es werden trotzdem
mehrere Verbraucher angeschlossen.
Prinzip Hoffnung...
Post by Markus Haastert
Die Abschaltbedingung bei einem
Doppelfehler wird hier über einen ausreichend kleinen Schleifenwiderstand
(und die LS-Schalter) sichergestellt. Die Einhaltung eines ausreichend
kleinen Schleifenwiderstand ohne Messung (zum Aufbau des Netzes durch Laien)
an sich wird durch die Begrenzung der Leitungslänge auf 100m bei einem
Querschnitt von 2,5mm² sichergestellt.
Nicht wirklich. Falls der Fehler aus einer Person besteht, die
fehlerhaftes Gerät A und fehlerhaftes Gerät B berührt, nützt der
niedrigste Schleifenwiderstand nichts. FI/Iso hätte den Einfachfehler
gemerkt, insbesodere da typischerweise alles in nassem Gelände
rumsteht.
Post by Markus Haastert
Vereinzelt gibt es mittlerweile die ersten DIN-Stromerzeuger mit
Iso-Wächter, die Mehrzahl der Aggregate arbeitet aber weiterhin ohne. Grund
dass Iso-Wächter verbaut werden ist meist auch, dass man mehr als 100m
Leitung anschließen möchte.
Tun tut man es eh, und manchmal ist es auch nicht 2.5mm2. Sieht man
dann am funzligen Leuchten weiter entfernter 1kW Haloscheinwerfer.
--
mfg Rolf Bombach
Joerg
2007-07-17 15:07:01 UTC
Permalink
Raw Message
Hallo Roland,
Post by Roland Damm
Post by Gunther Diehl
bisher machte ich den notwendigen Strom in meinem Garten mit
einem Sinus-Wechselrichter. Laut Hersteller durfte dort nur ein
Gerät angeschlossen werden, da entsprechende
Sicherheitseinrichtungen fehlen würden (FI?)
Jetzt bin ich auf einen Honda 10i Stromerzeuger umgestiegen und
wollte wissen, ob dies bei diesem Stromerzeuger auch so ist.
Ich möchte für eine Party ein Verstärker, CD-Player und
Mischpult anschließen.
Kann dir zwar nur eine Meinung dazu sagen, aber wenn so ein
Stromerzeuger garnicht geerdet ist, dann sollte der Anschluss an
ihn so sicher sein, wie nur irgendwas. Quasi so, als ob du ein
Gerät an einem Trenntrafo angeschlossen hast. Da kannst du auch
gefahrlos beide Leitungen anfassen (natürlich nicht
gleichzeitig). Ein FI ist da - wie gesagt, falls der Generator
nicht geerdet ist - nicht nur überflüssig sondern IMO sowieso
funktionslos.
Man muss besonders bei Wechselrichtern der unteren Preisklasse
aufpassen. Oft ist dort die Sekundaerseite vor der H-Bruecke auf +VBAT
aufgesetzt, damit man ein paar Cents beim Ferritkern und beim Kupfer spart.
--
Gruesse, Joerg

http://www.analogconsultants.com
Volker Gringmuth
2007-07-17 09:05:27 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Gunther Diehl
bisher machte ich den notwendigen Strom in meinem Garten mit einem
Sinus-Wechselrichter. Laut Hersteller durfte dort nur ein Gerät
angeschlossen werden, da entsprechende Sicherheitseinrichtungen
fehlen würden (FI?)
Vor allem weil die Spannung erdfrei ist. Solange nur ein Gerät
angeschlossen ist, ist das berührungssicher, solange Du nicht beide
Pole gleichzeitig berührst. Aber wenn Du zwei Geräte anschließt, die
beide einen Isolationsfehler haben, nur dummerweise von
unterschiedlichen Leitern aus, dann liegt zwischen denen die volle
Netzspannung, ohne daß Du vorm Anfassen (oder beim Einzeln-Anfassen)
davon was merkst.

Bei schutzisolierten Geräten sähe ich keine Gefahr, aber ich weiß
nicht, wie da die Vorschriften aussehen.
Post by Gunther Diehl
Jetzt bin ich auf einen Honda 10i Stromerzeuger umgestiegen und
wollte wissen, ob dies bei diesem Stromerzeuger auch so ist.
Steht dazu nix in der Dokumentation?
Post by Gunther Diehl
Ich möchte für eine Party ein Verstärker, CD-Player und Mischpult
anschließen.
In der Anleitung habe ich dazu nichts gefunden.
Wenn einer der beiden Pole des Generators geerdet ist (d.h. Erdspieß in
den Boden, aber richtig, nicht nur zwischen die obersten Steine),
kannst Du die Spannung nach Belieben verteilen.

Und schlag Honda bitte die Anleitung um die Ohren.


vG
--
Ceterum censeo Popocatepetlum non in Canada sed in Mexico situm esse.

<http://einklich.net>
Christian Müller
2007-07-17 11:43:02 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Gunther Diehl
Ich möchte für eine Party ein Verstärker, CD-Player und Mischpult
anschließen.
Teste frühzeitig vor der Veranstaltung, ob der Strom sauber ist.
Gartengeräten ist es egal, ob zu der Nennspannung auch noch
Störungen dazukommen; für Musikdarbietungen sind diese Störungen
eher nicht optimal.
Denk außerdem an genug Treibstoff und daran, den Generator soweit
es geht vom Partyzentrum wegzustellen. 80+dB gehen deinen Gästen
auch nach 4 Bier auf die Nerven.


Gruß Christian
Rolf_Bombach
2007-07-31 12:21:18 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Christian Müller
Denk außerdem an genug Treibstoff und daran, den Generator soweit
es geht vom Partyzentrum wegzustellen. 80+dB gehen deinen Gästen
auch nach 4 Bier auf die Nerven.
Für Feuerwehr: Der Generator ist möglichst nah am Einsatzleiter
aufzustellen, die Abgase gehen in Richtung Sammelplatz. Zwei-
takter sind vorzuziehen. Scheinwerfer werden in Kopfhöhe montiert
und strahlen exakt horizontal. Möglichst viele Kabelrollen
werden möglichst unabgerollt hintereinander geschaltet, damit
die letzten Scheinwerfer an 110 V eine lange Lebensdauer erreichen.
Undsoweiter. Naja, bald bin ich raus aus dem Verein.
--
mfg Rolf Bombach
Winfried Wolf
2007-07-20 07:06:08 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Gunther Diehl
bisher machte ich den notwendigen Strom in meinem Garten mit einem
Sinus-Wechselrichter. Laut Hersteller durfte dort nur ein Gerät
angeschlossen werden, da entsprechende Sicherheitseinrichtungen fehlen
würden (FI?)
Jetzt bin ich auf einen Honda 10i Stromerzeuger umgestiegen und wollte
wissen, ob dies bei diesem Stromerzeuger auch so ist. Ich möchte für
eine Party ein Verstärker, CD-Player und Mischpult anschließen.
Wenn Deine Geräte alle selbst nur 2-polige Euro-Stecker haben, dürfte
das sicherheitstechnisch kein Problem darstellen.
Wie auch sonst im heimischen Wohnzimmer ist es anzuraten, die
NF-Verbindungen zuerst zu machen.

Gruß,
WiWo.
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