Discussion:
Blitzschutz für alten Telefonanschluss
(zu alt für eine Antwort)
Rico Heil
2016-12-11 20:02:42 UTC
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Raw Message
Hallo beisammen,

Ich würde gerne weitere sterbende Router in unserem Hause vermeiden und
Überspannungsschutz installieren. Beim Stromanschluss ist das relativ
unproblematisch, Kopfzerbrechen bereitet mir unser Telefonanschluss, der
aktuell so aussieht:
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Das ist alte Post-Anschlussbox mit LSA-Klemmen, aber nicht in der heute
üblichen Form, auf die die hübschen Produkte von Dehn und Konsorten
passen. Von den 10 hereinkommenden Adernpaaren wird nur eines genutzt,
was ich in absehbarer Zukunft wohl kaum ändern wird.

Wie bekomme ich da einen sinnvollen Überspannungsableiter drauf?
Oder was würdet Ihr mir sonst empfehlen?

Vielen Dank!
Rico
Gerald Oppen
2016-12-11 23:05:58 UTC
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Raw Message
Post by Rico Heil
Hallo beisammen,
Ich würde gerne weitere sterbende Router in unserem Hause vermeiden und
Überspannungsschutz installieren. Beim Stromanschluss ist das relativ
unproblematisch, Kopfzerbrechen bereitet mir unser Telefonanschluss, der
https://picload.org/image/raodpdgl/telefonanschluss.jpg
Das ist alte Post-Anschlussbox mit LSA-Klemmen, aber nicht in der heute
üblichen Form, auf die die hübschen Produkte von Dehn und Konsorten
passen. Von den 10 hereinkommenden Adernpaaren wird nur eines genutzt,
was ich in absehbarer Zukunft wohl kaum ändern wird.
Wie bekomme ich da einen sinnvollen Überspannungsableiter drauf?
Oder was würdet Ihr mir sonst empfehlen?
Davon:
https://www.conrad.de/de/ueberspannungsschutz-zwischenstecker-ueberspannungsschutz-fuer-steckdosen-telfax-rj11-telfax-tae-phoenix-contact-mnt-tae-d-2882381-3-ka-553581.html?gclid=CJ6G6_qe7dACFQaeGwoddqcAFQ&insert_kz=VQ&hk=SEM&WT.srch=1&WT.mc_id=google_pla&s_kwcid=AL!222!3!164479577753!!!g!!&ef_id=UhZn0QAAAKUlg89V:20161211225910:s

würde ich zumindest Qualität erwarten (namhafter Hersteller).

Allerdings wird das für einen Blitzeinschlag in eine Freileitung nicht
sicher reichen und bei Erdkabeln würde ich mir da wenig sorgen machen.
Da rechnet es sich kaum wenn nur alle paar Jahrzente mal mit einem
Blitzschaden zu rechnen ist. Bei einem freistehenden Haus in exponierter
Lage sieht es vielleicht anders aus.

Gerald
Thomas Einzel
2016-12-12 11:22:39 UTC
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Raw Message
Post by Rico Heil
Hallo beisammen,
Ich würde gerne weitere sterbende Router in unserem Hause vermeiden und
Überspannungsschutz installieren. Beim Stromanschluss ist das relativ
unproblematisch, Kopfzerbrechen bereitet mir unser Telefonanschluss, der
https://picload.org/image/raodpdgl/telefonanschluss.jpg
Das ist alte Post-Anschlussbox mit LSA-Klemmen, aber nicht in der heute
üblichen Form, auf die die hübschen Produkte von Dehn und Konsorten
passen. Von den 10 hereinkommenden Adernpaaren wird nur eines genutzt,
was ich in absehbarer Zukunft wohl kaum ändern wird.
Wie bekomme ich da einen sinnvollen Überspannungsableiter drauf?
Oder was würdet Ihr mir sonst empfehlen?
Auch wenn der Telefonanschluß wie so oft auch der DSL Anschluß ist und
du nur diese eine Doppelader schützen möchtest/brauchst:
http://www.dehn.de/de/495/33104/Familie-html/33104/DEHNbox.html
--
Thomas
Rico Heil
2016-12-14 20:34:51 UTC
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Raw Message
Post by Thomas Einzel
Auch wenn der Telefonanschluß wie so oft auch der DSL Anschluß ist und
http://www.dehn.de/de/495/33104/Familie-html/33104/DEHNbox.html
Natürlich geht da auch noch DLS drüber.
Vielen Dank für den Tipp! Die DEHNbox sieht ziemlich genau nach dem
passenden Produkt aus - werde ich mir mal im Detail ansehen.

Rico
Thomas Einzel
2016-12-14 21:15:34 UTC
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Raw Message
Post by Rico Heil
Post by Thomas Einzel
Auch wenn der Telefonanschluß wie so oft auch der DSL Anschluß ist und
http://www.dehn.de/de/495/33104/Familie-html/33104/DEHNbox.html
Natürlich geht da auch noch DLS drüber.
Vielen Dank für den Tipp! Die DEHNbox sieht ziemlich genau nach dem
passenden Produkt aus - werde ich mir mal im Detail ansehen.
Ich kann dir auch aus persönlichen Erfahrungen bestätigen, dass mit der
o.a. Dehnbox auch VDSL2 mit unveränderten Datenübertragungsraten
funktioniert. Und da es in die Leitung eingeschleift wird, ist Alter und
Anschlusstechnik des Anschlusses egal. Dehn 922210 ca. 70Euro EVP.
--
Thomas
Marcel Mueller
2016-12-12 18:10:55 UTC
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Post by Rico Heil
Ich würde gerne weitere sterbende Router in unserem Hause vermeiden und
Überspannungsschutz installieren. Beim Stromanschluss ist das relativ
unproblematisch,
??? - Das ist mit Abstand der meiste Aufwand, weil über die Dicken
Leitungen viel Energie kommen kann.
Post by Rico Heil
Kopfzerbrechen bereitet mir unser Telefonanschluss, der
https://picload.org/image/raodpdgl/telefonanschluss.jpg
Das ist alte Post-Anschlussbox mit LSA-Klemmen, aber nicht in der heute
üblichen Form, auf die die hübschen Produkte von Dehn und Konsorten
passen. Von den 10 hereinkommenden Adernpaaren wird nur eines genutzt,
was ich in absehbarer Zukunft wohl kaum ändern wird.
DSL sind im Heimgebrauch immer nur 2 Leitungen. Die anderen sind einfach
deshalb da, weil weder Post noch Telekom jemals nur 2-adrige Kabel
gelegt hat. Man weiß ja nie, ob nicht noch ein anderer Teilnehmer ein
Telefon will.
Post by Rico Heil
Wie bekomme ich da einen sinnvollen Überspannungsableiter drauf?
Oder was würdet Ihr mir sonst empfehlen?
Du solltest erst einmal heraus finden, welcher Natur deine
Überspannungschäden überhaupt sind. Da gibt es unterschiedliche Typen.

Erstens Common mode, also das Potential an den zwei genutzten Adern geht
einmal gemeinsam um ein paar kV hoch und kurz darauf wieder zurück.

Die zweite Variante ist Differential Mode. Dabei tritt zwischen den
beiden Drähten eine unzulässig hohe Spannung von ein paar hundert Volt auf.

Eine dritte Variante ist der vermaschter Potentialausgleich selbst. Der
wirkt wie eine Trafowicklung, die die von einem Blitz ausgehenden,
erheblichen Magnetfelder direkt in Strom umsetzt.

Theoretisch sollte ein brauchbarer Router gegen die Störungen
einigermaßen geschützt sein. Die Qualität ist aber unterschiedlich.

Der DSL-Eingang ist immer potentialfrei. Da sitzt ein Übertrager drin,
ähnlich wie bei Netzwerk oder ISDN. Damit sollte Common Mode bis ca. 4kV
eigentlich keinen Schaden mehr anrichten können. In der Praxis gibt es
jedoch eine Koppelkapazität, so dass bei kurzen Spannungsspitzen doch
Strom in die Ports fließt. Außerdem halten die Dinger zuweilen deutlich
weniger als 4kV aus.

Eine zu hohe Spannungsdifferenz hingegen schlägt direkt in den Router
ein. Dagegen sollte ein Überspannungsableiter verbaut sein. Ob der stark
genug und vor allem schnell genug ist, erfährt man allerdings erst
hinterher.

In der Praxis sind Common-Mode Impulse bei Blitzeinschlägen erheblich
häufiger als Differentiell, da sie in einem wesentlich größeren Kreis um
den Einschalgsort auftreten (Kilometer). Diese kann man aber schlecht
aufhalten, weil man kein Bezugspotential hat, gegen dass man die Impulse
hinreichend niedriger Impedanz ableiten könnte. Man kann nur versuchen,
sie differentiell zu fangen:
Wenn man also *alle* elektrischen Verbindungen zu einem Gerät an *einer*
Stelle gegen Spannungen zwischen den Leitungen schützt, können die
Ausgleichsströme nicht mehr durch das geschützte Gerät durch fließen und
es damit nicht beschädigen. (Das gilt allerdings nicht notwendigerweise
für das nächste elektrisch verbundene Gerät. Das muss wieder genauso
geschützt werden.) Entscheidend ist, dass nicht wahllos irgendwelche
unabhängigen Überspannungsableiter an irgendwelchen Kabeln hängen - das
hilft alleine dem Verkäufer -, sondern alle Kabel durch *eine*
Schutzeinrichtung gehen, damit zwischen ihnen keine Spannungen auftreten
können. Eine geschützte Steckdosenleiste mit zusätzlichen Ports für
Netzwerk und DSL und Telefon wäre eine solche Lösung.

Der mit Abstand häufigste Faux-Pas bei häuslichen Verkabelungen ist
allerdings eine unsachgemäße Netzwerk-Verkabelung. Die Kabelschirme der
Netzwerkkabel müssen bei einer sachgemäßen Verkabelung auf *genau einer*
Seite mit PE verbunden werden. Das macht natürlich kein Mensch. Die
gehen kreuz und quer durch's ganze Haus und sind an jedem PC und
manchmal auch an den besseren Switches mit PE verbunden. Das macht die
beim Netzwerk ebenfalls vorhandenen potentialfreien Übertrager fast
wirkungslos.

Dagegen kann man zwei Dinge tun:

1. WLAN - das ist 100% Überspannungssicher.
Also kein Netzwerkkabel oder ähnliches in den Kabel-Router und die
Schadensrate wird erheblich abnehmen.

2. UTP-Kabel. Diese haben keine Kabelschirm und unterbrechen damit die
Masseschleife. Entgegen der deutschen Tradition immer dass
dickstmögliche Kabel, dass in das Leerrohr passt, zu nehmen, nimmt man
die in USA immer noch ganz gerne und sie sind für GBit LAN auch
definitiv zulässig. Man muss ja jetzt nicht das ganze Haus mit UTP-Kabel
verschandeln. Es genügt, einfach das letzte kurze Patchkabel als UTP
auszuführen und die Masseschleife ist unterbrochen.

Also bevor jetzt irgendwelche Schutzmaßnahmen wahllos ergriffen werden,
würde ich erst mal die Basics checken.
Falls es eine besonders exponierte Lage mit häufigen Einschlägen oder
gar oberirdischer Strom oder Telefonverkabelung ist, muss man natürlich
anders vorgehen.


Marcel
Werner Holtfreter
2016-12-12 18:22:14 UTC
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Raw Message
Post by Marcel Mueller
Der mit Abstand häufigste Faux-Pas bei häuslichen Verkabelungen
ist allerdings eine unsachgemäße Netzwerk-Verkabelung. Die
Kabelschirme der Netzwerkkabel müssen bei einer sachgemäßen
Verkabelung auf *genau einer* Seite mit PE verbunden werden.
Keine Ahnung, aber ist das wirklich so? Nicht nur, dass generell die
Tendenz von der sternförmigen Erdung zur Vermaschung geht (wodurch
der Strom innerhalb der Masche reduziert wird) - auch der Strom
über die Kabelschirme zwischen den Geräten fließt ja nicht in die
Schaltung sondern nur zum Schutzleiter.
--
Gruß Werner
<www.parldok.thueringen.de/ParlDok/dokument/55347/zusch%C3%BCsse-f%C3%BCr-fahrten-zu-gegendemonstrationen-bei-rechten-aufm%C3%A4rschen.pdf>
Ulrich
2016-12-12 18:54:30 UTC
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Raw Message
Post by Marcel Mueller
Der mit Abstand häufigste Faux-Pas bei häuslichen Verkabelungen
ist allerdings eine unsachgemäße Netzwerk-Verkabelung. Die
Kabelschirme der Netzwerkkabel müssen bei einer sachgemäßen
Verkabelung auf *genau einer* Seite mit PE verbunden werden.
Woher diese Forderung?
Bei den Schiffen der Marine mussten wir beide Enden der Abschirmung
auflegen.
Auch bei Handelsschiffen habe ich das so gehalten.
Wenn der Funker mit 10kW Sendeleistung auf Kurzwelle die Antenne nicht
richtig abgeschlossen hat haben unsere Geräte sonst gesponnen.
Ulrich
Rolf Bombach
2016-12-12 19:30:38 UTC
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Raw Message
Post by Ulrich
Post by Marcel Mueller
Der mit Abstand häufigste Faux-Pas bei häuslichen Verkabelungen
ist allerdings eine unsachgemäße Netzwerk-Verkabelung. Die
Kabelschirme der Netzwerkkabel müssen bei einer sachgemäßen
Verkabelung auf *genau einer* Seite mit PE verbunden werden.
Woher diese Forderung?
Bei den Schiffen der Marine mussten wir beide Enden der Abschirmung auflegen.
Auch bei Handelsschiffen habe ich das so gehalten.
Wenn der Funker mit 10kW Sendeleistung auf Kurzwelle die Antenne nicht richtig abgeschlossen hat haben unsere Geräte sonst gesponnen.
Du kannst die Erfahrung von Holzschiffen nicht direkt auf
Eisenhäuser anwenden :-]
--
mfg Rolf Bombach
Marcel Mueller
2016-12-12 19:55:57 UTC
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Raw Message
Post by Werner Holtfreter
Post by Marcel Mueller
Der mit Abstand häufigste Faux-Pas bei häuslichen Verkabelungen
ist allerdings eine unsachgemäße Netzwerk-Verkabelung. Die
Kabelschirme der Netzwerkkabel müssen bei einer sachgemäßen
Verkabelung auf *genau einer* Seite mit PE verbunden werden.
Keine Ahnung, aber ist das wirklich so?
Aus Gründen des Personenschutzes nicht. Da geht auch zweiseitig.
Aber wenn man nicht will, dass jeder Ausgleichsstrom im Haus durch die
Netzwerkkabel fließt, tut man schon gut daran.
Post by Werner Holtfreter
Nicht nur, dass generell die
Tendenz von der sternförmigen Erdung zur Vermaschung geht (wodurch
der Strom innerhalb der Masche reduziert wird)
Das ist korrekt. Aber er teilt sich halt auch ziemlich unkontrolliert
auf. Und die Leiterbahnen im Switch oder Router sind halt nicht dafür
ausgelegt auch nur 1% des Stroms, der bei einem Gerät mit Masseschluss
kurzzeitig fließt (>50A), aufzunehmen.

Die große Problematik dabei ist auch gar nicht einmal nur die
Stromspitze. Die paar Millisekunden sublimiert nicht gleich die
Leiterbahn. Aber der Spannungsabfall an den Verbindungsleitungen führt
dazu, dass zwei verbundene Ports oder auch nur Chips, das digitale
Nutzsignal bezogen auf ein anderes Massepotential sehen. Der kurzzeitige
Potentialunterschied koppelt also direkt in die Nutzsignale ein. Und bei
digitalen Ports, die spätestens bei 0,6V oberhalb oder unterhalb der
Versorgungsspannung schon außerhalb der Absolute Maximum Ratings liegen,
kann das schnell fatale Folgen haben.
Post by Werner Holtfreter
- auch der Strom
über die Kabelschirme zwischen den Geräten fließt ja nicht in die
Schaltung sondern nur zum Schutzleiter.
Oh, gibt es bei euch Elektronen mit Navi? :-)
Bei den physikalische Gesetzten hierzulande teilt sich der Strom
entsprechend der Kabelimpedanzen auf alle existierenden Verbindungen auf.

Der Haken an der Sache ist, dass die Geräte die interne Masse meist
direkt mit den Kabelschirmen verbinden. Bei allen PCs, die ich in den
letzten 40 Jahren gesehen habe, ist das schon mal so und bei etlichem
anderen Zeug oft auch.
Wenn man ganz viel Glück hat, führt der Schirm über eine eigene
Leiterbahn zum PE des Gerätes und ich nicht direkt zum lokalen GND der
Netzwerkchips. Das reduziert das Risiko deutlich. Bei Netzwerkkarten
kenne ich das manchmal. Da ist der Schirm nur mit dem Slotblech
verbunden, nicht aber mit der Masse für die Digitalsignale. Bei Laptops
z.B. habe ich vergleichbares noch nie gesehen.


Marcel
Werner Holtfreter
2016-12-12 20:26:55 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Marcel Mueller
Post by Werner Holtfreter
Post by Marcel Mueller
Der mit Abstand häufigste Faux-Pas bei häuslichen Verkabelungen
ist allerdings eine unsachgemäße Netzwerk-Verkabelung. Die
Kabelschirme der Netzwerkkabel müssen bei einer sachgemäßen
Verkabelung auf *genau einer* Seite mit PE verbunden werden.
Keine Ahnung, aber ist das wirklich so?
Aus Gründen des Personenschutzes nicht. Da geht auch zweiseitig.
Aber wenn man nicht will, dass jeder Ausgleichsstrom im Haus durch
die Netzwerkkabel fließt, tut man schon gut daran.
Post by Werner Holtfreter
Nicht nur, dass generell die
Tendenz von der sternförmigen Erdung zur Vermaschung geht
(wodurch der Strom innerhalb der Masche reduziert wird)
Das ist korrekt. Aber er teilt sich halt auch ziemlich
unkontrolliert auf. Und die Leiterbahnen im Switch oder Router
sind halt nicht dafür ausgelegt auch nur 1% des Stroms, der bei
einem Gerät mit Masseschluss kurzzeitig fließt (>50A),
aufzunehmen.
Die große Problematik dabei ist auch gar nicht einmal nur die
Stromspitze. Die paar Millisekunden sublimiert nicht gleich die
Leiterbahn. Aber der Spannungsabfall an den Verbindungsleitungen
führt dazu, dass zwei verbundene Ports oder auch nur Chips, das
digitale Nutzsignal bezogen auf ein anderes Massepotential sehen.
Der kurzzeitige Potentialunterschied koppelt also direkt in die
Nutzsignale ein. Und bei digitalen Ports, die spätestens bei 0,6V
oberhalb oder unterhalb der Versorgungsspannung schon außerhalb
der Absolute Maximum Ratings liegen, kann das schnell fatale
Folgen haben.
Post by Werner Holtfreter
- auch der Strom
über die Kabelschirme zwischen den Geräten fließt ja nicht in die
Schaltung sondern nur zum Schutzleiter.
Oh, gibt es bei euch Elektronen mit Navi? :-)
Bei den physikalische Gesetzten hierzulande teilt sich der Strom
entsprechend der Kabelimpedanzen auf alle existierenden
Verbindungen auf.
Der Haken an der Sache ist, dass die Geräte die interne Masse
meist direkt mit den Kabelschirmen verbinden. Bei allen PCs, die
ich in den letzten 40 Jahren gesehen habe, ist das schon mal so
und bei etlichem anderen Zeug oft auch.
Wenn man ganz viel Glück hat, führt der Schirm über eine eigene
Leiterbahn zum PE des Gerätes und ich nicht direkt zum lokalen GND
der Netzwerkchips. Das reduziert das Risiko deutlich. Bei
Netzwerkkarten kenne ich das manchmal. Da ist der Schirm nur mit
dem Slotblech verbunden, nicht aber mit der Masse für die
Digitalsignale.
Was du hier sagst ist: Dein Vorschlag erledigt sich, wenn die Geräte
sachgerecht konstruiert sind.
Post by Marcel Mueller
Bei Laptops z.B. habe ich vergleichbares noch nie gesehen.
Bei dennen gibt es meist keinen Erdbezug, über den ein Strom fließen
könnte.
--
Gruß Werner
<www.parldok.thueringen.de/ParlDok/dokument/55347/zusch%C3%BCsse-f%C3%BCr-fahrten-zu-gegendemonstrationen-bei-rechten-aufm%C3%A4rschen.pdf>
Marcel Mueller
2016-12-12 21:08:42 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Werner Holtfreter
Was du hier sagst ist: Dein Vorschlag erledigt sich, wenn die Geräte
sachgerecht konstruiert sind.
Sagen wir mal, es wird deutlich weniger kritisch.
Post by Werner Holtfreter
Post by Marcel Mueller
Bei Laptops z.B. habe ich vergleichbares noch nie gesehen.
Bei dennen gibt es meist keinen Erdbezug, über den ein Strom fließen
könnte.
Es sei denn, das Netzwerkkabel ist nicht die einzige benutzte Buchse.
Ein Monitor über HDMI, und das war's. Die allermeisten Monitore haben PE
auf Masse durchverbunden.


Marcel
Rolf Bombach
2016-12-31 20:01:29 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Werner Holtfreter
Post by Marcel Mueller
Bei Laptops z.B. habe ich vergleichbares noch nie gesehen.
Bei dennen gibt es meist keinen Erdbezug, über den ein Strom fließen
könnte.
Heute schon eher. Es gibt aber noch viele Schnurnetzteile für Laptops,
die haben Schuko und dreipolige Zuleitung. Da hatte ich schon welche,
die PE hart auf Minus am Ausgang weitergereicht haben. Das ist ziemlich
eklig, da die hohen Ladeströme (4 A oder so nicht ungewöhnlich) einen
Spannungsabfall bis zum Laptop produzieren, der dann an seiner Masse
niederohmig seine Untaten begehen kann. "Rettung" ist da eher, dass
die totale Schleifenimpedanz höher ist.
Das ist auch die Quelle mysteriöser Brummstörungen im Audio oder
Streifenstörungen an angeschlossenen externen analog-Monitoren.
--
mfg Rolf Bombach
Axel Berger
2016-12-31 22:53:55 UTC
Permalink
Raw Message
Das ist auch die Quelle mysteriöser Brummstörungen im Audio oder
Streifenstörungen an angeschlossenen externen analog-Monitoren.
Oder eine Quelle mysterösen Funktionierens. Bei meinem ersten
selbstgebauten Laplinkadapter (Centronicsbuchse auf D-Sub-Stecker) hatte
ich eine Masseleitung verbunden - dummerweise nicht die tatsächlich
verwendete. Manchmal gings, oft nicht. Irgendwann fiel mir auf, daß es
immer dann ging, wenn das Ladegerät angeschlossen war, und dann der
Groschen. Seitdem habe ich alle gültigen Massepins durchgehend gebrückt.
(Hach, ist das lange her.)

Axel
--
/¯\ No | Dipl.-Ing. F. Axel Berger Tel: +49/ 221/ 7771 8067
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 X in | D-50829 Köln-Ossendorf http://berger-odenthal.de
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Rico Heil
2016-12-14 20:32:44 UTC
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Raw Message
Post by Marcel Mueller
Post by Rico Heil
Ich würde gerne weitere sterbende Router in unserem Hause vermeiden und
Überspannungsschutz installieren. Beim Stromanschluss ist das relativ
unproblematisch,
??? - Das ist mit Abstand der meiste Aufwand, weil über die Dicken
Leitungen viel Energie kommen kann.
Aber es war einfach, passende Produkte zu identifizieren, die auch zur
kürzlich neu gemachten Installation passen.

Entsprechende Produkte für neue Telefonanschlüsse habe ich auch
gefunden, aber eben nichts für unser altes Bundespost-Erinnerungsstück.
Post by Marcel Mueller
In der Praxis sind Common-Mode Impulse bei Blitzeinschlägen erheblich
häufiger als Differentiell, da sie in einem wesentlich größeren Kreis um
den Einschalgsort auftreten (Kilometer).
Letztes Mal war's wohl ein Blitzeinschlag in mehreren hundert Metern
Entfernung - spricht wohl eher für Common-Mode.
Post by Marcel Mueller
Wenn man also *alle* elektrischen Verbindungen zu einem Gerät an *einer*
Stelle gegen Spannungen zwischen den Leitungen schützt, können die
Ausgleichsströme nicht mehr durch das geschützte Gerät durch fließen und
es damit nicht beschädigen.
Deshalb hätte ich das am liebsten alles im Keller gemacht, da wo Strom
und Telefon/DSL ins Haus kommen und es nicht weit zu
Potentialausgleichsschiene und Fundamenterder ist.
Post by Marcel Mueller
Eine geschützte Steckdosenleiste mit zusätzlichen Ports für
Netzwerk und DSL und Telefon wäre eine solche Lösung.
Das ist aber dann nur noch der Feinschutz, der die Reste manged, die
nach den "dicken Dingern" im Keller übrig geblieben sind.


Danke für die ausführlichen Ausführungen - waren einige ganz
interessante Gedanken dabei, auch wenn ich nicht alles einzeln kommentiere.

Ciao
Rico
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